Es war ein­mal in einer Klein­stadt in Sach­sen. In der 4700-Einwohner-Stadt Mügeln wer­den Inder nach einem Dorf­fest gejagt, »Aus­län­der raus« sowie »Hier regiert der natio­nale Wider­stand« skan­diert und der Bür­ger­meis­ter die­ses Kaffs hat nichts Bes­se­res zu tun als das Pro­blem zu leugnen:

Der Bür­ger­meis­ter der 4700-Einwohner-Stadt, Gott­hard Deuse (FDP), sagte sued​deut​sche​.de: »Bei uns gibt es keine rechts­ex­treme Szene.« Wenn der Angriff einen frem­den­feind­li­chen Hin­ter­grund habe, müss­ten die Täter aus Nach­bar­or­ten kommen.

Es ist echt zum Kot­zen wie sehr sich die­ses reflex­ar­tige »Damit haben wir nichts zu tun« breit macht. Statt das Pro­blem anzu­pa­cken wird es ein­fach geleug­net. Bloß kein schlech­tes Bild. Mich würde inter­es­sie­ren, wie­viel Staub da unterm Tep­pich liegt. Der Ruf einer Gegend scheint ja auch wich­ti­ger zu sein als die Pro­bleme, oder wie soll man das Lam­men­tie­ren über den »Stand­ort­nach­teil Rechts­ex­tre­mis­mus« sonst deuten?

Wie sehr in die­sem Kaff der Faschis­mus mit­ten in der Gesell­schaft ange­kom­men zu sein scheint wird klar, wenn man sich die bei SpON beschrie­be­nen Reak­tio­nen der »Zivil­ge­sell­schaft« anschaut.

Klar ist: Joh­lend ver­sam­melte sich die wütende Meute vor dem Lokal, drohte mit dem Sturm des Restau­rants, Schei­ben gin­gen zu Bruch, Ein­gangs– und Hin­ter­tür wur­den ein­ge­tre­ten, das Auto des Pizzeria-Besitzers stark beschä­digt. Zahl­rei­che Schau­lus­tige beob­ach­te­ten das bru­tale Treiben.

Ich bin ratlos.