Die Frank­fur­ter Rund­schau und heise berich­ten von »Mani­pu­la­tio­nen« an dem Wikipedia-Eintrag über den hes­si­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten der Grü­nen Tarek Al-Wazir, die aus der hes­si­schen CDU–Par­tei­zen­trale erfolgt sind.

Es wäre noch schö­ner, wenn dort jemand etwas davon gewusst hätte. Das jemand etwas von den Ände­run­gen mit­be­kom­men hat ist auch total unwahr­schein­lich. Ein Prak­ti­kant kann ja immer schal­ten und wal­ten wie er will. Er bekommt auch keine Auf­ga­ben zuge­teilt. Nie­mals. Und wer könnte über­haupt ein Inter­esse an der Ände­rung gehabt haben? Es war wohl ein Bau­ern­op­fer nötig. Und was frü­her Bau­ern waren sind heute Praktikanten.

Fol­gen­der Absatz wurde geän­dert (und inzwi­schen wie­der­her­ge­stellt):

Am 31. August 2000 kam es zu einem Eklat im Land­tag, als der CDU–Abge­ord­nete Cle­mens Reif wäh­rend einer Rede Al-Wazirs, des­sen Vater aus dem Jemen stammt, einen Zwi­schen­ruf machte, der von vie­len Anwe­sen­den als „Geh zurück nach Sana’a“ ver­stan­den wurde. Reif sagte, er habe „Ein Stu­dent aus Sana’a“ gerufen.

Statt­des­sen wurde ange­ge­ben:

Am 31. August 2000 kam es zu einem Eklat im Land­tag, als der CDU–Abge­ord­nete Cle­mens Reif wäh­rend einer Rede Al-Wazirs (des­sen Vater aus dem Jemen stammt) einen Zwi­schen­ruf machte, der von eini­gen Abge­ord­ne­ten als »Geh zurück nach Sana’a« ver­stan­den wurde. Reif hatte aber »Ein Stu­dent aus Sana’a« gerufen.

Wie man mit unter­schied­li­chen Mei­nun­gen gut umgeht, zeigt mei­nes Erach­tens die recht neu­tral gehal­tene erste Ver­sion. Diese Ver­sion lässt, im Gegen­satz zur CDU–Ver­sion, beide Mög­lich­kei­ten der Inter­pre­ta­tion offen.

Dumm nur, dass die Wiki­pe­dia Ände­run­gen mit­loggt. Und dumm, dass die CDU Par­tei­zen­trale in Hes­sen einen ein­deu­ti­gen IP–Adress­raum hat. Sonst wäre die Ände­run­gen wohl nie so hoch­ge­kocht. Was halt schon mit ein­fa­chen Mög­lich­kei­ten geht. Schlim­mer als die Ände­run­gen an sich finde ich nur, dass nie­mand öffent­lich dazu steht und alles mal wie­der unter den Tep­pich gekehrt wer­den soll. Und dumm, dass man sich nicht mit den Medien beschäf­tigt, die man nutzt.