Guttenberg ist zurückgetreten. Endlich. Der Schaden den der ehemalige Verteidigungsminister — insbesondere für den Wissenschaftsstandort Deutschland — angerichtet hat ist nicht zu unterschätzen. Und auch seine Universität muss deutlich unter seiner »Dissertation« leiden.
Indra hat letzte Woche sehr schön dargestellt, warum es soweit kommen musste. Gutenberg ist letztendlich darüber gestolpert, dass er gelogen, sich aber zudem als Inbegriff der Ehrlichkeit und Geradlinigkeit dargestellt hat. Und ein Schuldbekenntnis lässt immer noch auf sich warten.
Sein Krisenmanagement, sein Abgang und seine Rücktrittsrede war aber nicht ansatzweise gut. Es erinnert mich viel mehr an den grandiosen Film »Wag the Dog« mit Robert De Niro und Dustin Hoffman.
»Wag the Dog« habe ich das erste Mal in einem Strategieworkshop als Beispiel für erfolgreiches strategisches Planen gesehen. Er hat mich tief beeindruckt und eine grundlegende Skepsis gegenüber Blendern hervorgerufen.
Nur ist Guttenberg mit seinem Ablenkungsmanöver, zu dem er die in Afghanistan getöteten Soldaten instrumentalisiert hat, gescheitert. Und natürlich ist der Krieg ist im Unterschied zum Film real.
Wenn allerdings — wie in den letzten Wochen geschehen — die öffentliche und mediale Betrachtung fast ausschließlich auf die Person Guttenberg und seine Dissertation statt beispielsweise auf den Tod und die Verwundung von 13 Soldaten abzielt, so findet eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit zu Lasten der mir Anvertrauten statt.
Es wirkt so, als ob er deutlich bedauert, dass seine Inszenierung nicht funktioniert hat. Solche Inszenierungen gehören aber ins Kino und nicht auf die politische Bühne.
