Es macht immer wieder Spaß diese beiden Videos zu sehen. Ich find’s immer wieder schön wie sich vor ein paar Jahren noch mit dem Thema Intolleranz kreativ und auf einer breiten Basis auseinander gesetzt wurde. Heute ist das rechte Gedankengut ja leider eher in der Mitte angekommen. Mal sehen was sich da demnächst machen lässt. Aber jetzt die Positivbeispiele.
Es war einmal in einer Kleinstadt in Sachsen. In der 4700-Einwohner-Stadt Mügeln werden Inder nach einem Dorffest gejagt, »Ausländer raus« sowie »Hier regiert der nationale Widerstand« skandiert und der Bürgermeister dieses Kaffs hat nichts Besseres zu tun als das Problem zu leugnen:
Der Bürgermeister der 4700-Einwohner-Stadt, Gotthard Deuse (FDP), sagte sueddeutsche.de: »Bei uns gibt es keine rechtsextreme Szene.« Wenn der Angriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe, müssten die Täter aus Nachbarorten kommen.
Es ist echt zum Kotzen wie sehr sich dieses reflexartige »Damit haben wir nichts zu tun« breit macht. Statt das Problem anzupacken wird es einfach geleugnet. Bloß kein schlechtes Bild. Mich würde interessieren, wieviel Staub da unterm Teppich liegt. Der Ruf einer Gegend scheint ja auch wichtiger zu sein als die Probleme, oder wie soll man das Lammentieren über den »Standortnachteil Rechtsextremismus« sonst deuten?
Wie sehr in diesem Kaff der Faschismus mitten in der Gesellschaft angekommen zu sein scheint wird klar, wenn man sich die bei SpON beschriebenen Reaktionen der »Zivilgesellschaft« anschaut.
Klar ist: Johlend versammelte sich die wütende Meute vor dem Lokal, drohte mit dem Sturm des Restaurants, Scheiben gingen zu Bruch, Eingangs– und Hintertür wurden eingetreten, das Auto des Pizzeria-Besitzers stark beschädigt. Zahlreiche Schaulustige beobachteten das brutale Treiben.
Ich bin ratlos.
und zweitens als man denkt. Es ist wieder die Zeit zurückzublicken und nach vorne zu schauen. Was ist im vergangenen Jahr passiert, was wird im nächsten Jahr sein?
Also erstmal der Rückblick auf 2006: im großen und ganzen war es ein schönes und sehr erfolgreiches Jahr. Es hat mit einem wundervollen erholsamen Sylvester-Urlaub auf Rügen angefangen. Weiter ging es dann mit meinem Aushilfsvertrag bei Pixelpark. Rosenmontag ist im Schnee versunken. Im Frühling war ich dann scheinfrei. Im April war ich im Palladium auf dem Live-Konzert. Dann kamen meine zwei Digicams. Und mein Umstieg auf Apple. Ende Mai wurde Oma 80 und Flavia eine Woche später getauft. Der Sommer war dann im Wesentlichen von Fußball–WM, Job, Konzerten und mit Sport anfangen geprägt. Im Herbst war dann erst das Rock am Zoll und eine Woche später ging es dann in die Normandie. Ende Oktober bin ich dann meinen ersten Halbmarathon in Düsseldorf gelaufen. In November und Dezember stand dann vor allem meine Masterthesis auf der Agenda.
Und was wird jetzt aus 2007? Der erste Meilenstein wird der 14. Januar sein: nach etwa sechs Jahren rund um laut werden für Toleranz und Zivilcourage e.V. werde ich mich aus der aktiven Arbeit zurückziehen. Einen Tag später werde ich dann im Pixelpark als Konzept-Trainee/Diplomand anfangen. Im Frühjahr wird dann meine Masterthesis fertig werden. Am 22. April lauf ich dann zusammen mit Malte den Bonn Marathon und irgendwann um Mai/Juni steht dann der lang ersehnte Umzug nach Köln an. Da wird natürlich auch gelaufen und zwar am 7. Oktober der 11. Ford Köln Marathon. Im Wesentlichen hoffe ich, dass 2007 ähnlich cool wird wie 2006. Der Anfang ist gemacht.
Achja, ich hab ein (relativ) trauriges Ereignis vergessen: im Mai musste ich mich von einem treuen Weggefährten trennen: dem kleinen Auto.
Mit dem Rock am Zoll ist gestern abend meine letzte laut-werden-Veranstaltung mit großem Erfolg über die Bühne gegangen. Wir schätzen das etwa 2500 Zuschauer unser Festival am alten Zoll in Bonn verfolgt haben. Es hat alles wie am Schnürchen geklappt und auch Petrus war uns hold.
Mit etwas wehmütigem Auge schau ich jetzt auf die lange Arbeit rund um den Verein zurück und weiß aber, dass sich auf so einen Erfolg gut aufbauen lässt. Markus spricht sogar schon über nächstes Jahr. Für mich persönlich ist die Entscheidung jetzt zu gehen definitiv richtig so dass ich mich jetzt mit vollem Elan meiner Master-Thesis widmen, mein Studium zu Ende bringen und meine Zukunftsplanung, wo auch immer sie mich hinführt, angehen kann. Ihr lieben, die Zeit mit euch war schön und nach so einem Erfolg ist es um so schöner zu gehen.