Nach mei­nen Refle­xio­nen hab ich in der aktu­el­len Neon auch den Arti­kel über das Thema Hei­mat gese­hen: In mei­ner Lieb­lings­zeit­schrift wer­den drei Men­schen vor­ge­stellt, die nach Jah­ren, die sie von zu Hause fort waren aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den zu ihren Wur­zeln zurück­ge­kehrt sind. Abso­lut lesens­wert und spricht mir voll­kom­men aus der Seele. Wäre Zeit, das in der Rubrik »meine Stadt« end­lich mal Wiehl the­ma­ti­siert wird.

Viel­leicht gehört es ja dazu, dass man sich im Pro­zess des Erwachsen-Werdens in einer mobi­len Welt auf so etwas wie Hei­mat zurück­be­sinnt. Das Kaff, aus dem man frü­her nicht schnell genug weg konnte, ist jetzt der feste Bezugs­punkt, zu dem man immer wie­der zurück­keh­ren kann. Der Ort, an dem man natür­li­cher­weise dazu­ge­hört, wo man um nichts kämp­fen muss, wo es ein­fach passt. Klar, das ist jetzt ein wenig idea­li­siert dar­ge­stellt, aber von der Ten­denz her stimmt es schon.

Zwei Sei­ten spä­ter wurde dann noch Orts­ge­spräch von Flo­rian Illies vor­ge­stellt, das des­sen Erfah­run­gen mit der hes­si­schen Pampa beschreibt. Ist hof­fent­lich am Mon­tag in mei­nem Brief­kas­ten der Pack­sta­tion am Bon­ner Bahn­hof. Noch ein Buch das auf die »to be read«-Liste kommt.

 
 
24. Aug. 2006

Ges­tern war ich das zweite Mal bei Roland’s Regie­de­but »Du bist Wiehl« und hab mich wie­der köst­lich amu­siert. Es war ne sehr coole Vor­stel­lung und es wurde (vor allem im Titel­stück Du bist Wiehl) kein Kli­schee aus­ge­las­sen. Bei der Über­le­gung »Find‹ in Wiehl mal eine erfolg­rei­che, gut­aus­se­hende Sin­gle­frau zwi­schen 25 und 30″ konn­ten nur Mar­kus, Sonja und ich lachen. Es kamen sogar Sprü­che wie »Wer lacht denn da?« Naja, wir waren auch unter den Jüngs­ten in der Vor­stel­lung. Oder die häu­figste Todes­ur­sa­che in Wiehl: Kol­li­sion mit Stra­ßen­rand­be­wuchs. Und natür­lich die zweit­häu­figste Todes­ur­sa­che: Alko­hol, meist in Zusam­men­hang mit der häufigsten.

Ins­ge­samt sind die Jungs und Mädels ange­nehm respekt­los mit der alten Dame Wiehl umge­gan­gen. Man merkte aber den­noch, dass alle das kleine ober­ber­gi­sche Dorf irgend­wie mögen. Aber wer ist auf die Idee gekom­men, so einen komi­schen krum­men Geburts­tag wie 875 Jahre zu fei­ern. Naja, immer­hin ein Grund mal den Exo­dus auf­zu­ge­ben und Rich­tung Wiehl zurückzukommen.

Anschlies­send waren wir dann mit dem Ensem­ble noch im Table in Fried­richs­tal und ich hab das erste Mal gegen mei­nen klei­nen Bru­der im Kickern gewon­nen. Wird wohl nicht so häu­fig wie­der vor­kom­men. Ins­ge­samt war es ein sehr gelun­ge­ner Abend an dem ich sehr viel Spaß hatte.

 
 
22. Aug. 2006

Wo komm ich her, wo geh ich hin, wo will ich hin? Und vor allem: Wo bin ich? Wo bin ich zu Hause? Letzte Woche war ich seit lan­gem mal wie­der in Wiehl und hab mich auch seit lan­gem mal wie­der irgendwo zu Hause gefühlt.

Ich würde mich der­zeit irgend­wie als Rei­sen­den zwi­schen den Wel­ten bezeich­nen, aber wirk­lich zu Hause gibt’s zur Zeit nicht. In Köln sind Freunde, Arbeit und Uni, in Bonn sind Freunde und Woh­nung, aber irgend­wie passt das gerade nicht so toll zusam­men. Und sowieso ist in Köln auch viel mehr los. Mehr pusie­ren­des Leben. Naja, dafür ist Bonn beschau­lich, zwar nicht ganz so beschau­lich wie Gum­mers­bach aber schon ein Dorf. Was auch was für sich hat. Aber die­ses nicht zu wis­sen wo man hin gehört, ist schon recht komisch. Der ein­zige Fix­punkt ist Wiehl.

 
 

Roland hat auf sei­nem Blog Pho­tos vom gro­ßen Schnee in die­sem Win­ter. So schön kann’s in Ober­berg sein.

 

 
 
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