Ich gehöre jetzt zu den letz­ten Men­schen, die in den 1970ern gebo­ren sind und noch nicht drei­ßig sind. Drei­ßig, frü­her hörte sich das uralt an. Tja, uralt, eher nicht, aber ein gutes Gefühl. Nicht mehr per­ma­nent ver­su­chen sich neu zu defi­nie­ren. Man ist defi­niert. Zwar in fle­xi­blen Bah­nen, aber defi­niert. Das erste Semes­ter ist längst schon vor­bei. An das Abitur erin­nere ich mich kaum noch.

Ich mache mitt­ler­weile mit mei­nen Eltern Sachen, wie ich sie frü­her eher mit Freun­den gemacht hätte. Oder eher, ich mache jetzt Sachen die ich frü­her nicht gemacht hätte weil sie mir zu lang­wei­lig waren. Und jetzt mach ich so Kram auch mit mei­nem Freun­des­kreis. Dis­cos sind mir zu dre­ckig, tolle Läden sind Din­ger mit Sitz­plät­zen und Tanz­flä­che. Und Geld ist auch nicht mehr das wich­tigste Selek­ti­ons­kri­te­rium eines Ladens. Kon­zerte müs­sen bestuhlt sein. Am liebs­ten, hör ich Loun­ge­mu­sik und ein­mal im Monat tan­zen gehen reicht voll­kom­men. Musik in Knei­pen ist eher zu laut als zu leise. Man muss sich ja unter­hal­ten kön­nen. Meine Bands, die ich höre gab es zu einem Groß­teil schon in den Neunzigern.

Aber bedau­ern, dass man älter gewor­den ist. Nein, nie­mals. Ich bin froh, nicht mehr acht­zehn zu sein. Fast drei­ßig ist toll. Es ist aber eben noch nich ganz dreißig.