Wag the dog

01 Mar 2011 2 Comments , , Estimated reading time: 2 minutes read

Gut­ten­berg ist zurück­getre­ten. End­lich. Der Schaden den der ehem­a­lige Ver­tei­di­gungs­min­is­ter — ins­beson­dere für den Wis­senschaftsstan­dort Deutsch­land — angerichtet hat ist nicht zu unter­schätzen. Und auch seine Uni­versität muss deut­lich unter sein­er »Dis­ser­ta­tion« leiden.

Indra hat let­zte Woche sehr schön darges­tellt, war­um es soweit kom­men musste. Guten­berg ist let­ztend­lich darüber gestolp­ert, dass er gelo­gen, sich aber zudem als Inbe­griff der Ehr­lich­keit und Geradlinigkeit darges­tellt hat. Und ein Schuld­bek­en­nt­nis lässt immer noch auf sich warten.

Sein Kris­en­man­age­ment, sein Abgang und seine Rück­tritt­srede war aber nicht ansatz­weise gut. Es erin­nert mich viel mehr an den gran­di­osen Film »Wag the Dog« mit Robert De Niro und Dustin Hoff­man.

»Wag the Dog« habe ich das erste Mal in einem Strategiework­shop als Beis­piel für erfol­greiches strategisches Plan­en gese­hen. Er hat mich tief beeindruckt und eine grundle­gende Skep­sis gegenüber Blendern her­vor­gerufen.

Nur ist Gut­ten­berg mit seinem Ablen­kungs­manöver, zu dem er die in Afgh­anistan getöteten Sold­aten instru­ment­al­is­iert hat, ges­cheit­ert. Und natür­lich ist der Krieg ist im Unter­schied zum Film real.

Wenn allerd­ings — wie in den let­zten Wochen ges­chehen — die öffent­liche und mediale Betrach­tung fast aus­schließ­lich auf die Per­son Gut­ten­berg und seine Dis­ser­ta­tion statt beis­piels­weise auf den Tod und die Ver­wundung von 13 Sold­aten abzielt, so fin­d­et eine dram­at­ische Ver­schiebung der Aufmerksamkeit zu Lasten der mir Anver­trauten statt.

Es wirkt so, als ob er deut­lich bedauert, dass seine Inszen­ier­ung nicht funk­tioniert hat. Sol­che Inszen­ier­ungen gehören aber ins Kino und nicht auf die polit­ische Bühne.

2 Comments

Post a comment

Indra wrote on 1. March 2011 at 22:38:   Reply

Das ist echt schade, dass er jet­zt die Sold­aten instru­ment­al­is­iert. Ehr­lich gesagt wäre es mir lieber, er hätte aufrichtig zugegeben, dass er da getäuscht hat und kön­nte weit­er Ver­tei­di­gungs­min­is­ter sein, als so wie er es jet­zt darges­tellt hat.

 

Martin wrote on 2. March 2011 at 10:13:   Reply

@Indra: Dein­er Schlussfol­ger­ung, dass Gut­ten­berg hätte Ver­tei­di­gungs­min­is­ter bleiben können würde ich nicht wirk­lich zus­tim­men, ins­beson­dere da die Strafen für den Ver­tei­di­gungs­min­is­ter nicht anders sein soll­ten als für ein­en Stu­den­ten an ein­er Bundeswehrhoch­schule. Trotzdem hätte er dann viel Schaden von der Politik, der Wis­senschaft und von sein­er Per­son abhal­ten können.

 

Your comment

Your Gravatar